Erinnerung an Lee Teng-hui (1923 – 2020): „Chthonic“-Gründer Freddy Lim

Mit einem Interview erinnert Radio Taiwan International heute Abend um ca. 19 Uhr Weltzeit (21 Uhr MESZ) auf 5900 kHz an den früheren taiwanischen Präsidenten Lee Teng-hui, der morgen vor einem Jahr starb. Interviewpartner des Senders ist Freddy Lim, Gründer der Band „Chtonic“ und seit 2016 Parlamentsabgeordneter der New Power Party.

Lees Rolle bei der Demokratisierung Taiwans dürfte ähnlich groß gewesen sein wie Nelson Mandelas bei der Demokratisierung Südafrikas. Im Gegensatz zum Wandel in Südafrika vollzog sich der taiwanische Weg zur Demokratie – zumindest auf internationaler Bühne – eher unspektakulär. Lee ließ sich nach einer kurzen, mehr oder weniger „kommunistischen“ Phase, von der diktatorisch regierenden KMT ko-optieren und betrieb den Wandel ab 1988 aus dem System heraus. Das war angesichts des festländisch-protofaschistischen KMT-Erbes eine beträchtliche Leistung.

Allerdings kam er mit der Demokratisierung und „Taiwanisierung“ seiner formal „Republik China genannten Heimatinsel ab 1990 auch Forderungen der Öffentlichkeit entgegen. Seine Kunst bestand vor allem darin, seine eigene Partei von der Richtigkeit oder zumindest Annehmbarkeit solcher Forderungen zu überzeugen.

Wer keinen Zugang zu eimem Kurzwellenradio hat, kann das Interview mit Lim derzeit auch online hören.
Für mehr „Kurzwellenfeeling“ empfiehlt sich der softwaredefinierte Radioempfänger der Universität Twente, in Enschede. Die Benutzeroberfläche dürfte selbsterklärend sein. Tipp: Außer Eingabe der Frequenz (5900) auch „noise reduction“ anhaken.

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Verwandte Links

Lee Teng-hui hat damals schon gesagt, Radio Taiwan Internat’l (Deutsch), 29.07.21
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2 Kommentare zu „Erinnerung an Lee Teng-hui (1923 – 2020): „Chthonic“-Gründer Freddy Lim

  1. Ich war ja aus genereller Netzunlust schon lange nicht mehr hier und verstehe auch nicht viel vom Thema, ist aber immer wieder interessant. Vor allem wollte ich aber auch ein Lob zum (neuen) Design hinterlassen, sieht chic hier aus!
    Grüßle
    Diander

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  2. Ja, bei der Community des „Freitag“ habe ich seit langem keinen intensiveren Blog mehr verfasst – dort wurde mir das Design viel zu restriktiv (Medieneinbindung etc.), und die Diskussionen zu vorhersehbar. Also mache ich dort mal Pause und investiere etwas deutschsprachige Zeit per WordPress.

    Vielleicht gibt sich das mit der Netzunlust ja auch wieder. Freue mich jedenfalls, dass die „Weinbeeren“ ihren Blog nicht ganz einschlafen lassen.

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