Wut auf Putin: kann Seagal die „Welt“ noch retten?

Gerhard Schröder sei zum Steven Seagal der internationalen Politik geworden, empört sich (routinemäßig) „Die Welt“: ebenso wie Seagal sei Schröder nämlich ein „lupenreiner Putin-Propagandist“. Damit stütze er eine russische Außenpolitik, „deren vornehmstes Ziel es bleibt, die internationale Ordnung, wo sie denn noch besteht, zu unterwandern“.

Dieser Vorwurf freilich ist ein Rohrkrepierer. Zumindest in Syrien war es nicht Russland, das die internationale Ordnung untergrub, sondern es war der Westen – mit seinen türkischen und arabischen Verbündeten -, der das Land zur Verwüstung freigab.

„Die Welt“:

Es ist deprimierend, dass sich ein deutscher Altkanzler für diese Rolle rekrutieren lässt. Einstellungsvoraussetzung ist nämlich, dass man sein politisches Urteilsvermögen und seinen moralischen Kompass an der Kreml-Garderobe abgibt.

Solchen Aussagen liegt ein denkbar schlichtes „Welt-Bild“ zu Grunde: dass nämlich, wer die russische Aggression gegen die Ukraine verurteile, ein prinzipienfester, rechtlich denkender Mensch sei – vorausgesetzt, er unterstütze die Aggression des Westens gegen Syrien oder Libyen.

Noch etwas: Steven Seagal, habe ich heute gelernt, ist „ein abgehalfterter Action-Filmheld“. Auf dem Niveau der „Welt“ wütete vor dreißig Jahren die „Pravda“ – das war auch so ein Loserblatt.

Von Seagal hingegen, einem Mann der Übung und der Selbstbeherrschung, könnte die „Welt“ viel Gutes lernen.

Könnte. Wenn sie sich nicht mit Händen und Füßen gegen alles wehren würde, was irgendwie vernunftähnlich aussieht.

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